Rathaus Buttstädt

Ort
Buttstädt
Leistungserbringung
2019
- 2023
Auftraggeber
Landgemeinde Buttstädt
Nutzungsart
Arztpraxen / Gemeindeverwaltung / Polizei / Tagungs- und Trausaal

Das am Marktplatz in unmittelbarer Nähe zur Stadtkirche St. Michael gelegene, im Renaissance-Stil von 1501 bis 1606 erbaute Rathaus mit seinen vier Gebäudeflügeln hat eine besondere Bedeutung für die Kunstgeschichte. Während der DDR-Zeit beherbergte der vierflügelige Gebäudekomplex die Gemeindeverwaltung, ein Museum und eine Gaststätte. Mangelnder Erhaltungsaufwand führten im Laufe der Jahre zu einer Reihe von Bauschäden. Unmittelbar nach der politischen Wende 1989/90 wurden erste Sicherungsarbeiten ausgeführt, und darauf folgend jährlich kleine Bauabschnitte realisiert. Als erster Höhepunkt konnte die Fertigstellung der Sanierungsarbeiten am Ostflügel 2002 gefeiert werden. Seit diesem Zeitpunkt befindet sich das Amtszimmer des Bürgermeisters wieder im historischen Rathaus sowie ein Raum für Trauungen und andere festliche Veranstaltungen.

Zur Sicherstellung der künftigen und nachhaltigen Nutzung des Rathauskomplexes Buttstädt war nach der Sanierung des Ostflügels die weitere Sanierung der restlichen Flügel vordergründig. Hierzu wurde 2016 eine Machbarkeitsstudie für den Nordflügel (Ärztehaus) erstellt und eine Genehmigungsanfrage für den Süd- und Westflügel eingereicht, welche an die Sanierung des Ostflügels anknüpfen sollte. Während im Westflügel überwiegend Funktionsräume untergebracht werden sollten, sollte im Obergeschoss des Südflügels ein großer Ratsaal entstehen. Im Zuge der ersten Arbeiten wurde für die spätere Nutzung das Obergeschoss im Südflügel komplett entkernt und die Erdgeschossdecke mit einer aufwendigen Stahlunterkonstruktion abgefangen und ertüchtigt.

Des Weiteren wurde der Nordflügel bis auf einen Raum in der Nord-West-Ecke des Erdgeschosses komplett entkernt. Die Gefache innenliegender Fachwerkwände wurden entfernt. Der Fußbodenaufbau im Erdgeschoss wurde teilweise bis auf die Oberseite der Kellergewölbekappen zurückgebaut. Setzungsanomalien an der Nord-Ost-Ecke wurden im Nordflügel schon mehrere Jahre beobachtet und dokumentiert. Bei den Entkernungsarbeiten wurden die Gewölbedecken im KG deswegen zusätzlich abgefangen. Im Süd-, Nord- und Westflügel wurden zudem neue Stahlbetonringanker unter den Dachpfetten in den Außenwänden hergestellt. Das Dachtragwerk des Südflügels wurde wegen des entstehenden Stahls im Obergeschoss ohne innere Lastabtragung abgehängt, sodass die Lastabtragung nur über die darunterliegenden Ringanker erfolgt.